Retanol-Fachverleger mit TÜV Rheinland geprüfter Qualifikation

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Die Normen DIN EN 13813 „Estrichmörtel und Estrichmassen“, DIN 18560 „Estriche im Bauwesen“ und DIN 18353 „Estricharbeiten unterscheiden Estriche generell nach den Bindemitteln, die zur Herstellung verwendet werden. Des Weiteren definieren diese Normen Konstruktionsarten, verschiedenste zu erbringende Festigkeiten sowie andere physikalische und chemische Anforderungen.

Im Bauwesen gelangen darüber hinaus Estriche und Estrichkonstruktionen, die über diese Normen weder erfasst noch geregelt sind, zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um sogenannte Sonderestriche bzw. Sonderkonstruktionen. Dazu gehören unter anderem:

  • Trocknungsbeschleunigte Estriche auf Zement- und Calciumsulfatbasis
  • Schnellestriche, hergestellt mit speziellen Bindemitteln, Schnellzemente
  • „Bio-Estriche“ (Acrylatestriche)
  • Leichtestriche auf Basis Perlit, Blähton und Bims
  • Monokornestriche
  • Drainageestriche
  • Gebundene Ausgleichsschüttungen
  • Trockenestriche (Fertigteilestriche)

Für die zielgerichtete Funktionsweise von Schnellestrichen und von über Zusatzmittel trocknungsbeschleunigten Estrichen ist es notwendig, die Vorgaben und Hinweise der Produkthersteller zu beachten. Diese gelten sowohl für den Verleger als auch den Bauherrn bzw. Auftraggeber. Gerade der Einhaltung eines angegebenen (maximalen) W/Z-Wertes, den Mischzeiten, der Verwendung einer geeigneten Sieblinie und bestimmter Zemente bei Herstellung von trocknungsbeschleunigten Zementestrichen sowie den Maßnahmen nach der Verlegung – z.B. Stoßlüftung – kommt hier eine besondere Bedeutung zu.

All dies unterliegt nicht der Kontrolle eines bodenverlegenden Betriebes! 

Sobald von der Norm oder vom Stand der Technik abweichende Angaben eines Herstellers bei der Herstellung oder Beurteilung eines Estrichs von Bedeutung sind, handelt es sich um einen Sonderestrich. In der rechtlichen Rangfolge gelten dann:

  1. Herstellerangabe
  2. Stand der Technik
  3. Norm

Die Herstellerangaben sind somit für die Funktionalität bindend. Genau hier beginnt das Dilemma für nachfolgende Gewerke wie die Bodenbelagsarbeiten: Der Bodenleger kann für die Fremdangaben des Zulieferers für ein anderes Gewerk grundsätzlich keine Gewähr übernehmen. Dass er beim Estricheinbau überhaupt nicht anwesend war, lässt die Beurteilung einer Fläche auf Belegreife zum Blindflug werden. 

Es besteht zwischen dem Hersteller und dem Oberbelagsleger keine Vertragsbeziehung, aus der eine Gewährleistung für die Fremdangaben hergeleitet werden könnte. Mit zunehmendem Einsatz dieser Sonderestriche nahmen in den letzten Jahren die Diskussionen über ihre Verlässlichkeit, Durchführung der Feuchtigkeitsmessung und Beurteilung der Belegreife hinsichtlich der Restfeuchtigkeit zu bzw. halten unvermindert an. Die Normen DIN EN 13813 „Estrichmörtel und Estrichmassen“, DIN 18560 „Estriche im Bauwesen“ und DIN 18353 „Estricharbeiten“ unterscheiden Estriche generell nach den Bindemitteln, die zur Herstellung verwendet werden. Des Weiteren definieren diese Normen Konstruktionsarten, verschiedenste zu erbringende Festigkeiten sowie andere physikalische und chemische Anforderungen.

Der Bundesverband Estrich u. Belag e. V. (BEB) schreibt in seiner Technischen Information, Stand 01/2007:
„Schnellestriche und mit trocknungsbeschleunigenden Zusatzmitteln hergestellte Estriche sind Sonderestriche, die auch mit der CM-Methode gemessen werden können. Allerdings gibt es hier keine allgemeinverbindlichen Grenzwerte. Die Vorgabe, wann solch ein Sonderestrich gefahrlos belegt werden kann, muss über den Hersteller des ‚Schnell‘-Bindemittels bzw. des Zusatzmittels erfolgen.“

Gleichlautendes ist auch in der gemeinsamen Erklärung „CM-Messung“ der Bundesfachgruppe Estrich und Belag, des Fachverbandes Fliesen und Naturstein im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e. V., Berlin und des Bundesverbandes Estrich und Belag e. V., Troisdorf-Oberlahr zur Durchführung und Messmethode vom 17.01.2007 nachzulesen. Gerade der letzte Satz in dem Auszug der Technischen Information des BEB ist hier besonders hervorzuheben.

Jeder Hersteller muss verlässlich für einen Sonderestrich, der mit seinem Produkt vorgabengemäß hergestellt wird angeben, wie dieser zu messen ist und wann er seine Belegreife erreicht hat.

Messanweisungen und Angaben zu CM-Werten für die Belegreife findet man mittlerweile in fast allen technischen Merkblättern der verschiedenen Hersteller. Für den nachfolgenden Bodenbelags-, Parkett- oder Fliesenleger ist die Beurteilung der Belegreife von Sonderestrichen im Prüfpunkt Restfeuchtigkeit nahezu unmöglich. Demzufolge bleibt dem Auftragnehmer der „Belagsarbeiten“ nur die Möglichkeit, Bedenken anzumelden. Geschieht dies nicht, übernimmt er die Haftung für eventuell später eintretende Schäden, die auf eine zu hohe Restfeuchte zum Zeitpunkt der Belagsverlegung zurückgeführt werden. 

Was ist in der Regel die Folge einer Bedenkenanmeldung? Ärger und Verlust wertvoller Zeit. Letzteres wird für den Planer/Bauherrn zum besonderen Ärgernis, da er ja eigentlich über einen schnell belegreifen Estrich, der auch noch mehr kostete, Zeit einsparen wollte.

Die einzige Lösung für dieses Problem ist eine rechtsverbindliche Freigabeerklärung mit Haftungsfreistellung und Haftungsübernahme. Aber wer soll diese ausstellen? Der Planer, der Bauherr oder der Estrichleger?

Der Satz „Die Vorgabe, wann solch ein Sonderestrich gefahrlos belegt werden kann, muss über den Hersteller des Schnell-Bindemittels bzw. des Zusatzmittels erfolgen.“ enthält die Lösung.

Eigentlich muss jeder Hersteller von Trocknungsbeschleunigern und Schnellbindemitteln die Belegreife auch im Rahmen einer verbindlichen, schriftlichen Freigabe mit Haftungsübernahme für seinen Kunden, den Bauherrn, den Planer und den Auftragnehmer der Bodenbelagsarbeiten bei ordnungs- und vorgabengemäßer Verarbeitung seines Produktes erklären können. Kann oder will er dies nicht, so stellt sich die Frage, inwieweit er seinem eigenen Produkt vertraut.



Fazit

Der Bodenleger fordert eine Freigabe für die Belegreife eines Sonderestrichs. Der Planer und/oder Bauherr berücksichtigen bereits bei der Ausschreibung solche Hersteller, die eine verbindliche Freigabe für die Belegreife und eine Haftungsübernahmeerklärung sowohl für den Estrichfachbetrieb als auch für den Auftragnehmer der Bodenbelagsarbeiten und den Planer erteilen bzw. ausstellen.

Das allein genügt aber noch nicht, er muss hierfür auch sein Haftungspotenzial nachweisen, sei es über eine Versicherung oder auch eine Bankbürgschaft. Eine UG wie auch eine GmbH sind haftungsbegrenzt und daher ungeeignet, eine solche Haftung zu übernehmen.

Jeder Parkettleger, der ohne umfassende Freigabe einen Oberbelag auf einen Sonderestrich legt, spielt mit seiner Existenz und geht ein Risiko ein, das in keinem Verhältnis zum Ertrag steht.

Jede weitere und anderslautende Diskussion geht an der Sache vorbei und hat nur das Ziel, Verantwortung auf andere zu übertragen. Ein Zusatzmittelhersteller oder Hersteller von Schnellzementen, der solche Freigaben nicht erteilen kann oder will, kann weder am Wettbewerb teilnehmen, noch teure Kosten für das Zusatzmittel in Rechnung stellen. Sein Produkt ist objektiv nichts wert, wenn er dafür keine Verantwortung übernehmen kann. Warum also sollte ein Aufpreis gerechtfertigt sein?

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